FAMILIENGRAB

Das eigentliche Schwergewicht der zur Verteilung strebenden Erbmasse rührt selten nur von den materiellen Gütern und monetären Werten welche die Erblasser uns posthum in den Raum zu stellen pflegen,- sondern von der  niederdrückenden Natur dessen was uns aus der Familiengruft heraus als komprimierter seelisch geistiger Spuk von Generationen zu Lebzeiten insbesonders hinaziehen will ,in die gespenstische Anteilnahme  eines unterirdisch mutenden Gross-Familien-Terrains  welches  pausenlos nach neuen  Mittätern und Opfern verlangt , so lange sich aus den frisch geschlüpften Nachkömmlingen eine längerfristig gehörtete Erbengemeinschaft  schmieden lässt welche sich dann als Abnehmer von Altlasten ungeheurer Ausmaße betätigen darf. Das imaginäre Familiengrab ist tiefer als der tatsächliche Stauraum den der  zusammengekommene Staub und all das Gebein seit Ewigkeiten für sich beanspruchen. Die nach lebendiger Anteilnahme strebende Hunger-Matrix  der ruhelos seelischen Abgründe unserer Altvorderen hat es in ihrer Unersättlichkeit nicht  auf unser Ableben,- sondern auf unsere Lebendigkeit abgesehn. Alles was in einer höheren jenseitigen Welt keinen Raum finden darf und zurückgelassen werden muss in seiner unerlöst finsteren Energiehaftigkeit ,-  all  das will sich mit uns auf engste  Tuchfühlung bringen um uns  hinabzu ziehen in die tieferen Regionen einer heimlichen Familientradition , tief hinab in die gefräßige schwarze Materie vererbter Schuld und Abartigkeit,- ein negatives Kraftfeld in das unsere Altvorderen schon ihren unermesslichen Schmerz , ihre Defizite , und ihr Grauen wie giftigen Atommüll hinabkippten. Tiefe Unersättlichkeit , den Rahmen der Friedhöfe sprengend auf denen Ruhe nur den staubtrocknen Knochen zu eigen ist ,- nach lebenden Vertretern  alten Holzes,  verdorrender Stämme und dürrer werdender Äste verlangend ,- hinabziehend Alles , -in die mitten im Dasein stehenden saft-und kraftlosen Gefilde des erblichen Verfalls. Mit erstickender Bedrohlickeit wälzt diese angestaute Erbmasse sich von Urbegin an hinunter in die nach Fruchtbarkeit strebenden  Täler unseres alltäglichen Seins, Lebensräume vereinnahmend  und individuelle Gemüter  zum Tod  durch Zerquetschung sich herabziehend in erdrückender Weise.Der ganze angesammelte Wahnsinn , vom frühesten Bedürfnis seinen Faustkeil in den Schädel eines Artgenossen zu schlagen , bis zu den Marotten des trinkfreudigen Grossvaters , will jeder menschliche Abgrundund bis zur kleinsten Wölbung von irgendeinem Lebenden bestätigend weiter  bedient  sein,- und jeder mustergültige Irrsinn , jedes versteckte  bis tief  hinab in die finsteren Friedhöfe der äussersten Verdrängung  ausufernde  Grauen ,will sich aufs  neue übertragen,- auf  die frischen und noch offen wirkenden jungen Menschen,  die zu ertragen noch lernen müssen. Horror der Erblast ,-Vorwärts strebend  ,nach Vermehrung und immer neuerer Familiengründung ,- weil noch so reichlich vorhanden ist,-von allem  was man den neuesten Sprossen  so mitgeben und aufladen kann. Es ist der Tod der  sich im Leben Raum sucht ,- der Tod der sich von Lebendigkeit  nährt ,- ohne dich äusserlich  fressen zu wollen, so  wie er dich zur Ader lässt , in der Tropfenartigkeit  seiner langfristigeren Beziehung mit  dir die im Leben viel ertragreicher ist als im Endstadium.  Familiäre Gespenstigkeiten . Lasst uns nicht weiter nach einem Endlager  suchen  um Ruhe zu finden vor der grausigen Anteilnahme dessen was uns heimsucht auf familären heimisch wirkenden und heimlich sich windenen dunklen Pfaden. Lasst ihn uns fühlen,diesen  Fluch einer Halbwertzeit  der auf seine Ewigkeit  pochend  nach unseren Kindern greifend auch nach den Ungeborenen schon späht. Lasst uns das im Raume stehende ruhelose Monstrum familiärer Abgründigkeit in eindringlicher Weise durchlichten und zur  Auflösung bringen ,bis Lichtpartikel und feinster Goldstaub nach oben sprühen um die Weite des Universums zu suchen.
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