FAMILIENGRAB

Posted in MEIN TOTENBUCH DER MENSCHLICHKEIT on September 30, 2012 by seziermesser
Das eigentliche Schwergewicht der zur Verteilung strebenden Erbmasse rührt selten nur von den materiellen Gütern und monetären Werten welche die Erblasser uns posthum in den Raum zu stellen pflegen,- sondern von der  niederdrückenden Natur dessen was uns aus der Familiengruft heraus als komprimierter seelisch geistiger Spuk von Generationen zu Lebzeiten insbesonders hinaziehen will ,in die gespenstische Anteilnahme  eines unterirdisch mutenden Gross-Familien-Terrains  welches  pausenlos nach neuen  Mittätern und Opfern verlangt , so lange sich aus den frisch geschlüpften Nachkömmlingen eine längerfristig gehörtete Erbengemeinschaft  schmieden lässt welche sich dann als Abnehmer von Altlasten ungeheurer Ausmaße betätigen darf. Das imaginäre Familiengrab ist tiefer als der tatsächliche Stauraum den der  zusammengekommene Staub und all das Gebein seit Ewigkeiten für sich beanspruchen. Die nach lebendiger Anteilnahme strebende Hunger-Matrix  der ruhelos seelischen Abgründe unserer Altvorderen hat es in ihrer Unersättlichkeit nicht  auf unser Ableben,- sondern auf unsere Lebendigkeit abgesehn. Alles was in einer höheren jenseitigen Welt keinen Raum finden darf und zurückgelassen werden muss in seiner unerlöst finsteren Energiehaftigkeit ,-  all  das will sich mit uns auf engste  Tuchfühlung bringen um uns  hinabzu ziehen in die tieferen Regionen einer heimlichen Familientradition , tief hinab in die gefräßige schwarze Materie vererbter Schuld und Abartigkeit,- ein negatives Kraftfeld in das unsere Altvorderen schon ihren unermesslichen Schmerz , ihre Defizite , und ihr Grauen wie giftigen Atommüll hinabkippten. Tiefe Unersättlichkeit , den Rahmen der Friedhöfe sprengend auf denen Ruhe nur den staubtrocknen Knochen zu eigen ist ,- nach lebenden Vertretern  alten Holzes,  verdorrender Stämme und dürrer werdender Äste verlangend ,- hinabziehend Alles , -in die mitten im Dasein stehenden saft-und kraftlosen Gefilde des erblichen Verfalls. Mit erstickender Bedrohlickeit wälzt diese angestaute Erbmasse sich von Urbegin an hinunter in die nach Fruchtbarkeit strebenden  Täler unseres alltäglichen Seins, Lebensräume vereinnahmend  und individuelle Gemüter  zum Tod  durch Zerquetschung sich herabziehend in erdrückender Weise.Der ganze angesammelte Wahnsinn , vom frühesten Bedürfnis seinen Faustkeil in den Schädel eines Artgenossen zu schlagen , bis zu den Marotten des trinkfreudigen Grossvaters , will jeder menschliche Abgrundund bis zur kleinsten Wölbung von irgendeinem Lebenden bestätigend weiter  bedient  sein,- und jeder mustergültige Irrsinn , jedes versteckte  bis tief  hinab in die finsteren Friedhöfe der äussersten Verdrängung  ausufernde  Grauen ,will sich aufs  neue übertragen,- auf  die frischen und noch offen wirkenden jungen Menschen,  die zu ertragen noch lernen müssen. Horror der Erblast ,-Vorwärts strebend  ,nach Vermehrung und immer neuerer Familiengründung ,- weil noch so reichlich vorhanden ist,-von allem  was man den neuesten Sprossen  so mitgeben und aufladen kann. Es ist der Tod der  sich im Leben Raum sucht ,- der Tod der sich von Lebendigkeit  nährt ,- ohne dich äusserlich  fressen zu wollen, so  wie er dich zur Ader lässt , in der Tropfenartigkeit  seiner langfristigeren Beziehung mit  dir die im Leben viel ertragreicher ist als im Endstadium.  Familiäre Gespenstigkeiten . Lasst uns nicht weiter nach einem Endlager  suchen  um Ruhe zu finden vor der grausigen Anteilnahme dessen was uns heimsucht auf familären heimisch wirkenden und heimlich sich windenen dunklen Pfaden. Lasst ihn uns fühlen,diesen  Fluch einer Halbwertzeit  der auf seine Ewigkeit  pochend  nach unseren Kindern greifend auch nach den Ungeborenen schon späht. Lasst uns das im Raume stehende ruhelose Monstrum familiärer Abgründigkeit in eindringlicher Weise durchlichten und zur  Auflösung bringen ,bis Lichtpartikel und feinster Goldstaub nach oben sprühen um die Weite des Universums zu suchen.

Aufhängung

Posted in MEIN TOTENBUCH DER MENSCHLICHKEIT on September 16, 2012 by seziermesser

Orientierungslos wie zu Lebzeiten,an keinem Himmelszelt verankert ,irgendwo von der Decke hängend ,wie am führungslos seidenen Faden  einer windstillen höheren Macht baumelnd , pendelt ein herrenloser Leichnam in so etwas wie einer Seelenruhe ,seinen verlassenen Standort aus. Die bodenlose Unverschämtheit sich direkt am Baum des Lebens zu erhängen, gewährt sich am glücklichsten der Apfel am Baum der Erkenntnis um  seinen Halt in sich Selbst erst dann zu verlieren, wenn süßer Saftgehalt vom Reichtum sonniger Erfahrung kündend ,den heimlichen Wunsch anregt, rein äusserlich selber wieder zu Erde zu werden. Die schrägen Lebensperspektiven verzweifelter Geister ohne Sinn für die Tragkraft beschwingter Winde oder der magischen Bodenhaftung des Lebens , zwingen sie förmlich zur Begutachtung starken Geästs und tragenden Gebälks, in welches man sich hängen könnte, mit dem Schwergewicht seiner gefühlten Nicht-Seins-Haftigkeit. Tragischer noch als Tot von der Decke zu hängen, ist es als lebende Marionette im Arsenal eines verstorbenen Puppenspielers abhängend Staub anzusetzen und von höherer Anbindung nur zu träumen.

Wurfgeschoss

Posted in Uncategorized on September 16, 2012 by seziermesser

All die leibhaftig mutenden Todes-Stoß Erinnrungen ,-hinabdämmernd nun in die wärmeren Gefilde einer fühlbar genehmeren Ratten-Nest Behaglichkeit als Sterbensgrund verdrängter Befindlichkeiten, zu noch tieferem herabsinken in die bleierne Schwerelosigkeit betörender Mottenflügel-Träume , feinsten Glitter von Dachboden-Staub aufwühlend im Sturz auf verdichtete kleine Wolken flauschigen Kehricht,s. Darin sich bettend wie ein zu später Versteinerung befohlenes schuppiges Reptil dessen gefaltete Augenlieder den schweren Vorhang sanft nach unten ziehn ,in der befremdlichen Morphium-Höhle betäubten Schmerzes .Hinab zu noch tieferer ,süßerer Schwärze sinkend, in wattierte Grabestiefen in die kein Funksignal einer höheren Welt mehr hinein bricht. Immer weiter und tiefer hinab, das von Eisen gespickte Herz , nach dem glühenden Kern der Erde strebend, in roter Lava badend sich verlierend und wieder einend mit dem Willen zum Sein, einen Lobgesang der Verbrennung singend ,-von unsagbar sonniger Herrlichkeit umfangen, und alles schmerzenstief seelische Grauen darin aufgelöst wissend, in goldener Sieghaftigkeit neuen Aufbegehrens ,- starkes Federkleid fühlend und zu mutigem Aufschwung sich reckend in die mit Adleraugen erspähte neu zu gewinnende Welt ,- hinab sich stürzend, aus  der Sonne , den glühenden Erdkern im Herzen tragend , tiefer denn je  ins Weltreich stoßend , wie ein glühendes eisernes Wurfgeschoss aus fernerer Galaxie.

STUKA MODEL

Posted in Uncategorized on September 15, 2012 by seziermesser

Von zwei eindringlich zwingenden Schrauben fest im Griff gehalten , auf braun-marmoriertem Bakelit. Hinter der Anmut silber glänzender Formvollendung ,tief in sich ruhend die Idee zielstrebig-stürmischer Lufthoheit,-und dennoch,gehorsam sich ihren Model-Maßen und dem ihr angeheißenen Daseinsgrund ergebend,im Raume auf dem Schreibtisch stehend, von Zeit zu Zeit gemeinsam mit mir erneut nach dem goldenen Schnitt ihres  Standort Ideals nachspürend, von wo aus sie mich selbst zu beflügeln sucht ,in regungsloser Kühle und mich immer wieder beeindruckt mit der Aura einer technischen Überlegenheit als  massiv metallener Fetisch von Flugzeug,- ihre Heckflosse scharf wie zum zerschneiden von Troposhären,aufrecht in der Vertikalen haltend, wie ein kriegerischer Hermaphrodit,und sich Kraft ihrer gezähmten Flügel eine  so elegante Balance verleihend als sei sie eine Ballerina im ewigen Vollzug  eines  Drahtseilaktes. Dies erstarrte Model eines Sturzkampfbombers , -hinter ihrer Ikarus Natur stolze weibliche Züge tragend . Schärfer schneidende Stuka Sirenen in der Erinnrung des Welt-Gehörs und vor Spannung erzitternde schwarz-weiss Bilder im Sturze sich um ihre schlanken Leiber drehender Furien ,von jeweils Tausend imaginären Pferden ,wie von Sinnen durch aufgerissene Himmel und gebrochene Wolken jagend. Blitz und Donner  zur Erde werfend, im Sturzflug aus der Sonne. Davon träumend,-mein kleines zahmes Model aus glänzendem Metal.

Unter Niveau

Posted in Uncategorized on September 15, 2012 by seziermesser

Geradezu Dringlich erscheint es mir , sich reinen Gewissens , bisweilen auch tief unter sein angestammtes Niveau begeben zu müssen,-zur Hebung eigenster unterirdischer Abgründigkeiten ,-um diese befremdlich mutenden Früchte im hochmittaglichen Glanz seiner  Tages-Helle  ,als  der  ur-eigenen Untiefe entrissenen Bodenschätze die höhere Erkenntnis  abzugewinnen . Man muss von weit oben nur ungeheuer tief in sich sich selber hinabstrahlen können, um der erschrecklichen Echse das gehütete Geheimnis Deiner Selbst wie einen Hort zu entreissen .

Nicht Umdrehn

Posted in Uncategorized on September 14, 2012 by seziermesser

Die „schreckliche“ Wahrheit der zurück Gebliebenen ist, dass sie nicht hinter den Vorreitern und Pionieren, sondern primär vor sich Selbst zurück stehen, und das  es nicht ratsam ist ,sich nach ihnen umzudrehn . 

ZU RECHT

Posted in IM TAL DER KÖNIGE on September 14, 2012 by seziermesser

Auch ein universelles Prinzip wie mir scheint, das kein Standpunkt und kein Mensch je zu Unrecht verlassen wurde.